Testbericht Lenovo Ideapad S12 – 12-Zoll

23. Februar 2010

Das Lenovo Ideapad S12 (Typ:2959/20021) 12-Zoll

Ansicht des Ideapad von oben

Ansicht des Ideapad von oben

Zielobjekt dieses Netbooktests und unseres Gewinnspiels ist das Lenovo Ideapad mit 12-Zoll Bildschirm. Das S12 war im vergangenen Sommer das erste Netbook welches mit dem Nvidia ION-Grafikchipsatz erhältlich war. Mit schneller Hardware und einer Bildschirmgröße von 12 Zoll steigt dieses Gerät in die Lücke zwischen Netbook und Notebook ein. Es ist in zwei stilvollen Designs in schwarz und weiß erhältlich, in unserem Test betrachten wir die schwarze Version und möchten herausfinden, ob das Lenovo S12 alltagstauglich ist.

Hier unser Testvideo des Lenovo Ideapad S12 auf Youtube:

Datencheck: Das Lenovo Ideapad S12

Lenovo Ideapad S12 von oben mit Netzteil

Lenovo Ideapad S12 von oben mit Netzteil

Unter dem schicken, schwarzen Design steckt ein 1,6GHz Intel Atom N270 Prozessor als Herz des Gerätes. Zusammen mit dem ION-Chipsatz von Nvidia und 1 GB Arbeitsspeicher hat es damit genug Dampf unter der Haube, um auch HD-Videos sauber und ruckelfrei anzuzeigen. Der Grafikprozessor 9400M alleine, der speziell für den Einsatz in mobilen Computern entwickelt wurde, sorgt bereits im Alleingang dafür.
Die interne Festplatte des Testgeräts fasst 250GB, jedoch sind einige GB bereits mit dem Backup des Systems und einem kleinen Linuxsystem mit Schnellzugriff auf einige Funktionen belegt, so dass dem Anwender nur noch ca. 190 GB zur freien Nutzung bleiben.
Der 6-Zellen Akku mit 4360 mAh erlaubt durchschnittliche Nutzungszeiten um 4,5 Stunden, ohne Reduktion der Leistung oder Einschränkung des Energieverbrauchs.
Das Gerät ist 29,2×21,6×2,9 cm groß und wiegt laut Datenblatt 1,43 kg, was für ein Netbook bereits relativ schwer ist.

Anschlüsse

Das S12 kann für die Größe auch einige Anschlussmöglichkeiten bieten, an denen es vielen kleineren Netbooks mangelt. So befindet sich an der linken Seite zuvorderst ein 4in1-Kartenlesegerät, das Karten der Formate MMC, SD, MS und MS-PRO lesen kann. Dieser Einschub ist bei Auslieferung mit einer Schutzkarte aus Plastik verschlossen. Direkt daneben finden wir zwei USB-Anschlüsse, den Schalter zur Aktivierung der Funkverbindungen per WLAN und UMTS, die Lüftungsschlitze und den Stromanschluss des Ideapad S12.
Die Rückseite des Geräts gehört alleine dem 6-Zellen Li-Ion-Akku mit 4360 mAh.

Anschlüsse auf der linken Seite des Lenovo Ideapad

Anschlüsse auf der linken Seite des Lenovo Ideapad

Anschlüsse auf der rechten Seite des Lenovo Ideapad

Anschlüsse auf der rechten Seite des Lenovo Ideapad

Auf der rechten Seite aber sehen wir von hinten her den Befestigungsspalt für ein Sicherungsschloss, den 10/100MBit Netzwerkanschluss und einen VGA-Ausgang. Außerdem befindet sich hier ein USB-Anschluss, Klinkenstecker für den Tonein- und Ausgang und ganz vorne je nach Konfiguration entweder ein ExpressCard-Steckplatz mit 34 mm Breite oder einen HDMI-Anschluss zur Videoausgabe auf HD-Fernsehgeräte.
An der Vorderseite sind nur die Lautsprecher und drei Kontroll-LEDs angebracht die zur Überwachung von Betriebszustand, Akkuladung und Funkaktivität dienen.

Vorderansicht des Lenovo Ideapad

Vorderansicht des Lenovo Ideapad

Unterseite des Lenovo Ideapad

Unterseite des Lenovo Ideapad

Die Unterseite des Ideapad S12 bietet uns, unter zwei mit Schrauben verschlossenen Klappen den Zugriff auf die WLAN-Funkkarte und den Arbeitsspeicher rechts hinten. Weiter sorgt noch ein Steckplatz für die SIM-Karte für Moilfunknetzverbindungen links vorn für die Möglichkeit des mobilen Surfens. Dazu befinden sich die Sicherungsmechanismen für den Akku ebenfalls am hinteren Rand der Unterseite des Geräts.
Die Funkfähigkeit des Lenovo S12 umfasst Bluetooth 2.1 mit EDR, WLAN nach 802.11 a, b, g und n -Standard und Zugriff auf Mobilfunknetze nach GSM und UMTS-Standard, inklusive HSPA.
Im aufgeklappten Zustand fällt sofort das leuchtstarke 12-Zoll-Display mit WXGA-Auflösung und LED-Hintergrundbeleuchtung auf (1280×800 Bildpunkte). Direkt darüber befindet sich die Webcam mit 1,3 Megapixeln Auflösung.

Windows 7-Desktop auf dem Lenovo Ideapad

Windows 7-Desktop auf dem Lenovo Ideapad

Webcam des Lenovo Ideapad

Webcam des Lenovo Ideapad

Tastatur des Lenovo Ideapad

Tastatur des Lenovo Ideapad

QuickStart-Menü des Lenovo Ideapad

QuickStart-Menü des Lenovo Ideapad

Besondere Merkmale des S12

Über der Tastatur befindet sich eine Leiste mit den Sondertasten zum Ein- und Ausschalten des Geräts, der Recoveryknopf zum Start der Wiederherstellung des Ursprungszustandes und 3 weitere Status-LEDs zur Anzeige des Caps- und Num-Lock Status und der Festplattenaktivität. Ebenfalls über der Tastatur ist das interne Mikrofon zu erkennen und die direkte Lautstärkeregelung.

Der dort angebrachte QuickStart-Knopf führt zu eineretwas schneller geladenen Linuxumgebung, über die man z.B. im Netz surfen oder Musik hören kann. Die Idee dabei ist also einfach über den QuickStart-Knopf Linux anzuschalten, wenn man einfach einmal schnell seine Mails online checken will oder kurz im Web etwas nachlesen möchte ohne auf das etwas langsamer hochgeladene Windows 7 zu warten.

Die Tastatur des Lenovo S12 selbst besitzt Tasten in normaler 19mm-Größe mit gutem Anschlag, was ein Schreiben mit dem 10-Fingersystem möglich macht – im Gegensatz zu manch anderem Netbook.
Vor der Tastatur ist noch das kleine Multitouch-Touchpad angebracht, das aufgrund seiner oft suboptimalen Genauigkeit nicht sonderlich begeistern kann. Hier lautet die Empfehlung ganz klar: Maus anschließen!
Das ca. 10cm kleine Netzteil passt in jede Netbooktasche und hat mit dem Anschlusskabel auch nur ein sehr geringes Gewicht von etwa 250 g. Es bietet auch eine ausreichende Kabellänge.
In der Packung sind lieferseitig neben dem Netbook der Akku, das Netzteil inklusive Anschlusskabel und die Produktdokumentation mit Funkrichtwerten, Setupposter und Benutzerhandbuch eingepackt.

Installierte Software

Lenovo Ideapad angeschaltet von oben

Lenovo Ideapad angeschaltet von oben

Auf dem von uns getesteten Netbook war Windows 7 in der Home Premium Version bereits vorinstalliert. Auf der Festplatte ist neben der Windows-Partition für den Nutzer jedoch auch noch eine getarnte Partition gespeichert, die das Betriebssystem im Ursprungszustand enthält und zu Recoveryzwecken verwendet wird. Um die Recovery, also die softwareseitige Wiederherstellung des Lieferzustandes auszuführen, drückt man den so genannten OneKey-Rescue-Knopf oben links in der Leiste der Sondertasten oder startet das entsprechend benannte Programm aus Windows heraus.
Windows selbst startet ohne eigene Erweiterungen unsererseits innerhalb von 43 Sekunden vom Drücken der Starttaste bis zum Anmeldebildschirm. Ausschalten lässt sich der Rechner in ca. 18 Sekunden.
Bei der Initialisierung, also dem ersten Start des Geräts ist neben der Einrichtung von Windows 7 noch die Initialisierung eines „Veriface“ genannten Programmes zur Gesichtserkennung möglich, welches den Anmeldebildschirm ersparen kann und stattdessen das Gesicht des Nutzers mit der Webcam scannt und als Zugangsberechtigung nutzt.
Bei Betätigung der QuickStart-Taste startet bei ausgeschaltetem Gerät ein Linux-Betriebssystem mit Zugriff auf wenige Grundlegende Funktionen wie Musikwiedergabe, Zugriff aufs Internet, Onlinespiele, Fotos, Skype und einer Chatapplikation. Die mit ca. 10 Sekunden vergleichbar lange Ladezeit dieser Bedienoberfläche senkt jedoch den Nutzen dieser Systempartition, da die dort installierten Programme auch jeweils ähnlich lange zum Start benötigen und Windows 7 selbst auch nur wenig langsamer geladen ist. In Windows öffnet der QuickStart-Knopf je nach Festlegung bei der ersten Betätigung eine Website, ein Dokument oder ein Programm.

Das Lenovo S12 im Test

Medienwiedergabe

In unserem Testvideo konnten wir das Netbook auf Herz und Nieren testen. So testen wir die Wiedergabe von H264-codiertem HD-Videomaterial in den drei HD-Auflösungen 480p, 720p und 1080p, sowie unter Youtube an verschiedenen Filmtrailern.
Wie im Film zu sehen hat der integrierte Nvidia-ION-Chip dem Netbook zu Höchstleistungen verholfen und wir konnten am integrierten Bildschirm und an einem externen 24-Zoll Monitor HD-Videos, in H264 codiert, ohne Ruckeln oder Verzögerungen abspielen. Bei der Auflösung von 1080p bekam der Nvidia Geforce 9400M-Grafikchip jedoch bei einem Test leichte Probleme, die den Videogenuss jedoch nicht sonderlich beeinträchtigten, da nur sehr geringfügige Aussetzer in Zeitabständen von etwa 3-7 Sekunden aufgetreten sind.
Beim YouTube-Test dagegen hatten wir schon bei einer Auflösung von 366 Bildzeilen mit merkbar geringerer Bildrate und gelegentlichen Verzögerungen zu kämpfen. Die Umsetzung dieses Formates scheint also bisher noch Probleme zu bereiten, normales nicht-HD-Video auf Youtube wurde jedoch mühelos wiedergegeben.
Auch die Lautstärke, sowohl bei der Filmwiedergabe, als auch beim Abspielen eines Musikstückes konnte uns bei der geringen Größe des Geräts überzeugen. So kommen die Klänge, verständlicherweise bis auf die tiefen Frequenzen sauber und klar bei den Zuhörern an und die Lautstärke ist auch durchaus auf ein verständliches Maß regelbar. Das Öffnen und Betrachten von Bildern wurde in unserem Test mit einem 6-Megapixel-Bild getestet, bei dem verschiedene Operationen wie Ein- und Auszoomen sowie Drehungen des Bildes durchgeführt wurden. Auch dabei geht das Ideapad recht zügig zu Werke und wir erleben keine störenden Verzögerungen im Arbeitsfluss.

Eingabe/Bedienung

Lenovo Ideapad von oben ausgeschaltet

Lenovo Ideapad von oben ausgeschaltet

Bei der Texteingabe kommen wir ebenfalls zügig voran, da die Tastatur eine angenehme Größe hat, die nur wenig Eingewöhnung benötigt und sofort natürlich zu bedienen ist. Darüber hinaus hat die Tastatur auch einen angenehmen Hub und ist sehr komfortabel zu benutzen. Die Funktionstasten (evtl.: die in Kombination mit der fn-Taste eingesetzt werden) und die Leiste mit den Sondertasten bieten darüber hinaus alle nötigen Steuerelemente, die zur Bedienung eines mobilen Computers nötig sind. So kann mit der QuickStart-Taste unter Windows eine Webseite, ein Dokument oder ein Programm geöffnet werden, je nachdem, was beim ersten Einsatz der Taste festgelegt wurde. Bei Betätigung dieser Taste öffnet sich beim ausgeschaltetem Ideapad ein kleines, abgeschottetes Linux-Betriebssystem, das den Zugriff auf viele Funktionen ermöglicht. Durch den für diese Funktion zu langsamen Start des Systems und der dort vorhandenen Programme sowie die nur äußerst schwere Erweiterbarkeit dieser Programmsammlung bleibt die Nützlichkeit dieser QuickStart-Oberfläche jedoch dahingestellt und wird sich wohl auf nur wenige Nutzer bzw. Nutzungsgelegenheiten beschränken.
Mit dem links vorhandenen OneKey-Rescue-Knopf, der sich direkt neben dem Startknopf befindet wird unter Windows und im ausgeschaltetem Zustand das Recoveryprogramm gestartet, das eine Wiederherstellung der Originalkonfiguration des Geräts durchführt. Diese Funktion stellt von einer getarnten Festplattenpartition aus das System auf der Hauptpartition wieder in den Werkszustand zurück.

Fazit

Frontalansicht des Lenovo Ideapad

Frontalansicht des Lenovo Ideapad

Das Gerät stellt auf Grund seiner Größe einen Zwischenschritt zwischen Netbook und Laptop dar. Die Leistung, vor allem im Grafikbereich kann durchaus mit vielen Notebooks mithalten, da selbst HD-Videos im Format H264 mit einer 720p Auflösung schön und schnell wiedergegeben werden. Beim YouTube-HD-Format muss man sich jedoch auf nicht flüssige Wiedergabe einstellen. Für jegliche weitere Mediennutzung ist der Ideapad S12 jedoch bestens geeignet. Spiele haben wir bisher noch nicht in unsere Tests integriert.
Auch Arbeiten ist mit dem Gerät bestens möglich. Im Internet auf zwei Bildschirmen Surfen und nebenbei im Hintergrund noch größere Word-Dokumente in Open Office bearbeiten verlangt dem Lenovo Ideapad allenfalls etwas Arbeit und eine geringe Erhöhung der Lüftergeschwindigkeit ab, für den Nutzer ist das jedoch bequem zu bewerkstelligen.

Frontalansicht des geöffneten Ideapad

Frontalansicht des geöffneten Ideapad

Wir haben das Netbook eine Woche lang dem Arbeitsalltags-Test unterzogen. Dabei wurde das Lenovo Ideapad S12 an einen 22 Zoll Bildschirm angeschlossen und musste sich als Arbeitsgerät beweisen. Die Erkenntnis daraus ist, dass dieses Netbook, in Verbindung mit einem großen Bildschirm, ein brauchbarer Ersatz für einen Desktoprechner ist. Das Arbeiten damit macht Spaß und man hat immer die Flexibilität das S12 einfach schnell von Strom und Bildschirm abzuklemmen, um es z. B. mit zu einer Präsentation zu nehmen.
Langwierig ist jedoch die erste Installation und Einrichtung von Windows und des Veriface-Systems. Danach ist das Gerät jedoch ein kleines, praktisches Gerät, das auch zum Arbeiten gut genutzt werden kann und viele Stärken bei einer geringen Größe von nur 12 Zoll bietet. Wie zu erwarten kann die Rechenleistung zwar nicht mit regulären Notebooks mithalten, sticht jedoch die meisten momentan verfügbaren Netbooks auf diesem Terrain locker aus.

Hier unsere Diashow des Ideapad S12 bei Flickr:

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3 Antworten zu “Testbericht Lenovo Ideapad S12 – 12-Zoll”

  1. Kai sagt:

    Hallo,

    danke für den aussagekräftigen Test. Bislang bin ich immer davon ausgegangen, dass das Lenovo S12 zwar über eine SIM-Karten-Schacht verfügt, aber kein UMTS-Modem bzw. Antenne eingebaut ist. Verfügt das S12 tatsächlich über ein funktionierendes UMTS-Modem.

    Besten Dank im voraus
    Kai

  2. Joe sagt:

    Gleiche Frage, aber das interessiert hier anscheinend keinen. Wenn es UMTS hat würde ich gerne die genaue Modellbezeichnung haben.

  3. Ben sagt:

    Hi Leute,
    zuerst mal zum Preis, der wurde Online mal nachgefragt und beträgt ca. 400€ je nach Anbieter.
    Die UMTS-Fähigkeit selbst konnte zwar leider nicht getestet werden, aber laut dem Handbuch, nach dem ich mich beim Erstellen des Artikels gerichtet habe ist das Netbook (mit einer entsprechenden SIM-Karte mit Datentarif usw.) fähig zu HSPA-Funkverbindungen ins Internet.
    Der Gerätetyp, den du damit meinst, müsste der 2959/20021 sein.
    Sorry, dass ich so lange mit der Antwort gebraucht habe.
    Grüße,
    Ben

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